Der Zuwachs des Imports aus der EU nach Belarus und in die Ukraine kompensiert den drastischen Importrückgang nach Russland nicht

Im Januar-Februar 2015 ist der Güterverkehr aus der EU nach Osten (GUS-Staaten) im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014 etwa um ein Viertel zurückgegangen. Mengenmäßig beträgt der Güterverkehrsrückgang in die größten GUS-Länder (Russland, die Ukraine, Belarus und Kasachstan) etwa 1297 Tausend Tonnen (-23%). Der bedeutendste Rückgang besteht bei dem Import nach Russland (-1566 Tausend Tonnen; -40%). Eine positive Dynamik der Richtungen Ukraine und Belarus ( +14% и +25% dementsprechend) kann den Importrückgang nach Russland nicht ausgleichen. (Hier und weiterhin – nach Angaben der Eurostat, verarbeitet vom TELS Marketingdepartment.)

Spedition nach Russland

Im Januar-Februar 2015 wurde aus der EU nach Russland mit 4 Verkehrsarten (Straße, Bahn, See, Luft) 2344 Tausend Tonnen Fracht zugestellt, und das ist 40% weniger im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014. Der Güterverkehrsrückgang ist bei allen Verkehrsträgern festzustellen: die entsprechende negative Dynamik bei Straße, Bahn und See liegt bei 38-42%, die Lufttransporte sind um 21% zurückgegangen. Bei den Lufttransporten handelt es sich oft um wertvolle Frachten, das erklärt teilweise den Grund, warum das Importvolumen nach Russland im Geldausdruck nur um 33% (bis 10779 Mio. Euro) schrumpfte. So sieht die Dynamik der Spedition nach Russland aus:

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen

Dynamik,%

Straße

2 365 888

1 458 494

-38%

See

1 065 669

618 272

-42%

Bahn

466 383

258 057

-45%

Luft

11 754

9 260

-21%

Spedition nach Russland

Der Importrückgang nach Russland aus den EU-Ländern wurde von mehreren negativen Faktoren ausgeprägt. Neben der allgemeinen Rezession der Weltwirtschaft und der Nachfragesenkung auf dem russischen Markt haben die gegenseitigen Sanktionen zum Güterverkehrsrückgang beigetragen.

Die EU-Sanktionen gegen Russland haben den russischen Banken den Zugang zu europäischen Kapitalien deutlich eingeschränkt, und das reduzierte die Investitionsmöglichkeiten Russlands und führte zur Nachfragesenkung für Importanlagen und –güter. Dazu wurde auch eine Lieferungseinschränkung für einige Anlagen und Technologien nach Russland eingeführt, und das schränkte die Verbrauchsmöglichkeiten der russischen Wirtschaft noch mehr ein.

Der Kurssturz des Rubels zum Euro hat den Gebrauchsgüterimport wesentlich beeinflusst – die Waren sind für die russischen Verbraucher viel teurer geworden. Die Gegensanktionen von Russland, die den Lebensmittelimport ab dem IV. Vierteljahr aus mehreren Ländern einschränken, haben den Güterverkehr aus einigen EU-Ländern reduziert.

Spedition in die Ukraine

Im Januar-Februar 2015 importierte die Ukraine aus der EU 14% (1294 Tausend Tonnen) mehr Güter als im gleichen Zeitraum 2014. Zum ausgeprägten Trend wurde die modale Verlagerung von Straße zu Bahn. Die Straßentransporte gingen um 17% zurück (bis auf 539 Tausend Tonnen), dabei sind die Bahntransporte mehr als zweifach gewachsen (bis auf 663 Tausend Tonnen), und überholten damit das Straßentransportvolumen.

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen

Dynamik,%

Straße

650 605

539 215

-17%

See

171 924

90 842

-47%

Bahn

306 657

662 958

116%

Luft

1 845

1 255

-32%


Spedition in die Ukraine

Speditionen nach Weissrussland

Der Güterstrom aus der EU nach Belarus (Weißrussland) ist im Januar-Februar 2015 auch um 25% (558 Tausend Tonnen) gestiegen. Etwa 87% des Güterverkehrs in dieser Richtung erfolgt durch Straße, und gerade bei dieser Transportart ist der größte Zuwachs festzustellen: +29%, bis zu 486 Tausend Tonnen. Positive Dynamik ist auch bei Bahntransporten zu bemerken (+28%), doch mengenmäßig ist der Zuwachs unbedeutend (65 Tausend Tonnen).

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen

Dynamik,%

Straße

377 647

485 661

29%

See

17 951

6 851

-62%

Bahn

50 718

64 767

28%

Luft

339

222

-35%


Speditionen nach Weissrussland

Bemerkenswerter Importzuwachs nach Belarus aus der EU war schon im November 2014 festzustellen und die Tendenz entwickelte sich auch anfangs 2015. Die Zunahme des Güterverkehrs erfolgte durch Lebensmittel und Agrarprodukte. Das wird maßgeblich dadurch erklärt, dass Belarus die in Russland zur Einfuhr verbotenen Lebensmittel umlenkte und nach Russland reexportierte.

Spedition nach Kasachstan

Das Güterverkehrsvolumen aus der EU nach Kasachstan im Vergleich zu obengenannten Ländern scheint unbedeutend zu sein – nur 91 Tausend Tonnen im Januar-Februar 2015 (-4%). Dabei sind Straßentransporte um 20% gewachsen (bis zu 84 Tausend Tonnen). Das Güterverkehr mit anderen Verkehrsmitteln ist deutlich zurückgegangen. So sieht die Dynamik der Spedition nach Kasachstan aus:

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen